
Naomi Osaka sagt, sie sei „nicht weit entfernt“ von der Form, die ihr vier Grand-Slam-Titel einbrachte. Gleichzeitig gesteht die 29-jährige Japanerin, dass sie schon ans Aufhören gedacht hat und sich oft über ihre Zukunft im Tennis Gedanken macht. Sie würde die Schläger weglegen, falls ihre dreijährige Tochter Shai sie darum bittet.
Glanzvoller Start und lange Pausen
Osaka gewann zwischen 2018 und 2021 zweimal die US Open und zweimal die Australian Open und stieg in dieser Phase zur Weltranglistenersten auf. Ihren letzten Grand-Slam-Titel holte sie im Februar 2021 in Melbourne. Danach nahm sie sich 2021 eine Auszeit, um sich um ihre mentale Gesundheit zu kümmern. Nach der Geburt ihrer Tochter pausierte sie erneut rund 15 Monate, ehe sie 2023 zurückkehrte.
Inzwischen hat sich ihre Einstellung verändert. Osaka erklärt, die Verantwortung als Mutter habe ihre Prioritäten verschoben: „Meine Tochter ist meine größte Priorität.“ „Ich versuche, so viel Energie wie möglich ins Tennis zu stecken“, sagte sie. „Ich würde nicht sagen, dass ich es nur nebenbei betreibe, aber mein ganzer Tag dreht sich nicht darum. Wenn ich es aus bestimmten Blickwinkeln betrachte, bin ich wirklich stolz darauf, wo ich jetzt stehe, denn ich kann nicht meine ganze Zeit dem Sport widmen.“
Rückkehr in die Weltspitze
Osaka hat sich wieder auf Platz 19 der Weltrangliste vorgekämpft. Beim Pan Pacific Open in Tokio ist sie an Position sieben gesetzt und trifft zum Auftakt auf die Italienerin Jasmine Paolini.
In diesem Jahr erreichte sie im Rasen-Turnier von Bad Homburg das Finale und schlug in Wimbledon die topgesetzte Aryna Sabalenka auf dem Weg ins Viertelfinale. Außerdem stand sie in der dritten Runde der French Open und der US Open. Auf der nordamerikanischen Hartplatztour kam sie in Washington bis ins Halbfinale und in Toronto bis ins Viertelfinale. In New York scheiterte sie erst an der späteren Siegerin Elena Rybakina.
Auf die Frage, ob sie wieder Titel gewinnen kann, antwortete Osaka: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich so weit weg bin.“ Bestimmte Instinkte habe sie vielleicht verloren oder vergessen und müsse sie nun neu lernen. „Ich habe, glaube ich, eine ziemlich solide Basis aufgebaut, und ich freue mich darauf zu sehen, ob ich weiter dazulernen und bei Turnieren noch weiter kommen kann.“
Weitere Ergebnisse
Osaka trifft in Tokio auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes auf die kasachische Weltranglistenerste Elena Rybakina. Rybakina gewann zuvor ihren vierten Titel des Jahres beim Ningbo Open in China. Im Finale besiegte die Titelverteidigerin die Kanadierin Leylah Fernandez mit 6:2, 6:2 und feierte damit ihren ersten Turniersieg seit den US Open im vergangenen Monat.
Daniil Medvedev verteidigte beim Almaty Open erstmals in seiner Karriere einen Titel. Im Finale setzte er sich gegen Nikoloz Basilashvili mit 6:7 (6:8), 6:1, 6:3 durch. Es war sein 25. Einzeltitel und der vierte in dieser Saison.
Beim Lyon Open gewannen die Briten Lloyd Glasspool und Julian Cash das Doppelfinale gegen die Franzosen Theo Arribage und Albano Olivetti mit 4:6, 6:3, 10:8. Für das Duo war es der 12. ATP-Titel gemeinsam.